Ein Römerturm und ein Thermalbad

Im Landkreis Unterallgäu in der Nähe von Babenhausen – Wer erinnert sich noch an den Kinderspruch, in dem Babenhausen und ein Elefant mit einem Telefon in Verbindung gebracht wurden? – gibt es kleine Dörfer und ab und an auch einiges zu entdecken.

Babenhausen selbst glänzt mit seinem Fuggerschloß das über dem Ort trohnt.

Ungefähr sechs Kilometer weiter ins Unterallgäu hinein befindet sich das kleine Dorf Oberschönegg. Es besteht – zumindest gefühlt – zur Hälfte aus der Molkerei Ehrmann, -wir erinnern uns: „… keiner macht mich mehr an.“ 🙂

Weniger bekannt und etwas versteckt gibt es bei Oberschönegg allerdings einen Römerturm.

Nein: der Turm stammt nicht aus der Römerzeit, wie ich zuerst dachte, sondern ist der Rest einer mittelalterlichen Burg.  Die Burg Altenschönegg wurde um 1200 erstmals urkundlich erwähnt und wurde dann wohl im Laufe der Geschichte öfters geschleift. Jedenfalls blieb zum Schluss nicht mehr als der Bergfried übrig. Um 1809 erwarb Fürst Anselm von Fugger aus Babenhausen die Ruine, ließ sie restaurieren und stellte sie  dann der Öffentlichkeit als sogenannten „Römerturm“ zur Verfügung. Als Römerturm werden Aussichtstürme bezeichnet.

Dieser Römerturm liegt circa dreihundert Meter weit versteckt im Wald. Er ist gut zu erreichen, allerdings schaut es mit Parken etwas mau aus. In der Nähe der Dorfkirche ist ein öffentlicher Parkplatz ausgeschildert.

Der Feldweg zum Römerturm ist leicht begehbar und wäre auch für kleine Kinder geeignet, allerdings ist der Aussichtsturm selbst für die Besteigung mit Kleinkindern oder mit sehr lebhaften Grundschuldkindern ungeeignet.

Der Aussichtsturm ist sehr ursprünglich gehalten, die Treppen sind eng und steil und es ist ratsam, einen Taschenlampe mitzunehmen. Auch gutes Schuhwerk und Schwindelfreiheit sind als Grundgerüst sehr sinnvoll.

Der Turm ist öffentlich zugänglich.

Begehen ist auf eigene Gefahr und es gibt keine Beleuchtung innen. Das Besteigen lohnt sich. Wenn man oben angekommen ist, eröffnet sich dem tapferen Turmbezwinger ein herrlicher Rundumblick bis in die Alpen.

Ein kleiner Geheimtipp.

Ein weiterer Geheimtipp stellt das Naturthermbad in Bedernau dar. Es liegt nur knappe zehn Straßenkilometer von Oberschönegg entfernt.

Ich selber bin ja nicht unbedingt die Radfahrerin, sondern eher die Fußgängerin oder Autofahrerin. Aber ich könnte mir gut vorstellen, eine gemütliche Radtour zum machen, mit den Etappen Babenhausen- Römerturm Schönegg – Naturtherme Bedernau.

🙂 Die Wege scheinen nicht so wahnsinnig steil und hügelig zu sein.

Jedenfalls Bedernau: In dem Dorf wurde von 1964 bis 1995 tatsächlich Erdöl gefördert. Am Parkplatz zur Therme steht noch eine dieser Ölpumpenkräne, die man aus den Texas-Western kennt. Nachdem die  Förderung eingestellt wurde, entstand 2007 in Bedernau das Naturthermbad. Das 29 ° C heiße Wasser kommt aus circa 500 Meter Tiefe.

Die Badeanlage ist sehr schön gestaltet: Es gibt das Thermalschwimmbecken, das überdacht ist aber an einer Seite zu den Liegewiesen offen. Gegenüber vom Thermalschwimmbecken gibt es einen naturnahen Schwimmteich, dessen Wasser deutlich kühler ist. Zur Anlage gehören außerdem: eine Dampfbadekabine, eine Infrarotkabine (extra Preis € 1.-/Anwendung), ein Kneippbecken, ein Beachvolleyballplatz und ein Bistro.

Der Eintrittspreis ist auch relativ günstig. Bitte beachten: wenn man nur den naturnahen Schwimmteich nutzen möchte, wird es nochmal billiger, allerdings liegt die Temperatur des Schwimmteiches im Bereich „erfrischend“.

Kinder unter sechs Jahre dürfen nur mit ärztlichem Attest ins Thermalbecken.

Die Betreiber der Naturtherme bieten diverse Zusatzveranstaltungen, wie Wassergymnastik, Mondscheinschwimmen und vieles mehr.

Öffnungszeiten von April bis Oktober:

 

 

 

 

 

 

Wedernau- Thermalbad

 

Eistobel

Der Eistobel bei Grünenbach in der Nähe von Isny ist für mich so etwas wie mein heiliger Gral.  Ich gehe immer wieder dahin.

Es gibt bekanntere Tobel und Wasserfälle im Allgäu und Umgebung, wie zum Beispiel das Rappenloch im Bregenzerwald oder die Breitachklamm. Aber mir gefällt der Eistobel noch immer am besten.

Die Wanderung ist – bei gutem trockenem Wetter – auch für Familien geeignet –  wenn die Kinder selber laufen können oder sich ein Familienmitglied findet, das die Kleinen auf der Hucke trägt. Der Eistobel ist nicht für Kinderwägen zugänglich, auch nicht für die Trekking-Varianten.

Der Weg im Tobel selbst ist relativ eng und bietet keine Ausweichmöglichkeiten.

Gutes Schuhwerk sollte beim Wandern im und um den Eistobel selbstverständlich sein. Im Tobel kann es bei feuchtem Wetter schnell mal rutschig werden.

Der Eistobel ist für Mountainbikes gesperrt.

Hunde sollten an der Leine geführt werden.HPIM1101

Einerseits, weil die Wege  eng sind und ein vor und zurück rennender Hund die andren Wanderer behindern könnte. Andererseits ist das Flussbett im Eistobel mit Strudellöchern und Kolken durchsetzt, die sehr tief sind. Was dort einmal hineingerät, kommt teilweise erst nach Wochen wieder an die Oberfläche.

Besonders in Erinnerung bleibt ein tödlicher Unfall im Jahr 2004

Anfahrt:

  • Naviadresse: 88167 Grünenbach, Hauptstr. 85
  • Koordinaten: Nord 047°38´29.1        Ost 010°01´32.7
  • Von Norden kommend über Isny und Maierhöfen in Richtung Grünenbach bis zur Argentobelbrücke.
  • Vom Bodensee kommend über Wangen oder Lindenberg nach Röthenbach. Von dort nach Grünenbach und weiter zum Eistobel.
  • Mit dem Isny RegioBus Linie Isny-Röthenbach mit Haltestellen sowohl am Eingang Argentobelbrücke als auch am Eingang in Schüttentobel.

Parkplätze

Bei der Argentobelbrücke befinden sich (gebührenfreie) Parkplätze am Infopavillon

ebenfalls  beim Schüttentobel (Wanderparkplatz).

Eintritt:

HPIM1102Bescheidene €1,50/ Person

Wandervarianten:

  • Vom Eingangskiosk die Treppen nach unten, der Beschilderung folgend an der Argen entlang durch den Tobel. Gehzeit ungefähr eine Stunde.

Danach entweder wieder zurück, oder nach Grünenbach: Insgesamt circa zwei Stunden.

  • Vom Tobelende weiter zur Riedholzer Kugel, einem 1068 m hohem Aussichtspunkt ca. eine Stunde. Dann weiter  nach Riedholz und zurück zur Argentobelbrücke, noch einmal circa eineinhalb Stunden.

Wanderkarte

An diesem 02.April 2016 war auf der offiziellen Website des  Eistobel   zu lesen, dass der Tobel noch geschlossen sei. Der Eistobel ist im Winter und bei schlechter Witterung  nur bedingt begehbar. Dann auch nur von erfahrenen Wanderern mit gutem Schuhwerk und nie allein. Es gibt dort immer wieder Unfälle, auch schon mit tödlichem Ausgang.

Wir beschlossen, trotzdem hinzufahren. Der Gedanke war, sollte doch noch Schnee und Eis liegen, dann würden wir oberhalb des Tobels entweder über Staufenberg oder über Riedholz wandern und nicht in den Tobel absteigen.

Aber alles war gut. Durch den milden Winter war der Frühling schon deutlicher fortgeschritten, als gedacht und wir konnten unsere Eistobelwanderung durchführen.

Wir entschieden uns für Variante 2, die nicht ganz so spektakulär ist. Man geht vom Parkplatz am Eistobelpavillon unter der Tobelbrücke durch und HPIM1017 an einem Nepomuk vorbei Richtung Staufenberg.

Zunächst muss man über eine Wiese. HPIM1020Der Landwirt bittet höflich darum, dass man auf den Wegen bleibt und auch keinen Abfall hinterlässt.

 

 

Es geht erst einmal steil bergauf, durch Wald und Wiesen, dann links ab auf einem Feldweg entlang. Der  Wald war teilweise gerodet worden und es gab neue Setzlinge.

Ich finde es komisch, da werden die jungen Bäume gegen Wildfrass geschützt mit Plastikhüllen. Ich dachte immer Plastik ist nicht abbaubar, warum es dann in der Natur verwendet wird? Vielleicht erklärt mir das mal jemand.

Jedenfalls ging es dann relativ bequem und für meine Verhältnisse fast ganz ohne Dampflokgeräusche weiter. HPIM1032

Der Weg verläuft parallel zum Flusstal durch Wiesen und Wald. Der Fluss ist nicht sichtbar, liegt der Tobel doch in einem Erdspalt. Später ging es dann einen engen Pfad entlang hinunter zum Eistobelsteg. Der Pfad war teilweise fast wie Stufen. Nur waren die Stufen Holzwurzeln der dort wachsenden Bäume.

Im Eistobel gibt es neun „Stationen“ oder Halteplätze, die auch gleichzeitig als

MeldestanHPIM1081dorte dienen, für die Bergwacht (112 !).HPIM1084a

Auf der von uns gewählten Wanderroute erreichten wir bei Station 7 den Tobel. Dort ist der Wasserfall am Eissteg HPIM1087und von dort geht auch ein Laufsteg über den Fluss weiter zum Schüttentobel (Station 9) .

Wir wanderten dann gemütlich den Flusslauf hinunter. Reine Gehzeit circa eine Stunde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Aufstieg zum Kiosk an der Argentobelbrücke ist steil.

Die große Bogenbrücke überspannt in einer Höhe von circa 50 Metern die obere Argen. Die Brücke ist gut 230 Meter lang.

Fazit: Das nächste Mal wandere ich wieder von der Tobelbrücke den Fluss aufwärts. Die Wanderung flussabwärts ist zwar  weniger anstrengend aber auf die Wasserfälle zuzuwandern ist definitv spektakulärer. 🙂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

 

 

 

 

 

 

von Möggers zum Pfänder

Eigentlich wäre die Wanderung von Scheidegg über Möggers zum Pfänder gewesen. Die Dauer in eine Richtung 13 Kilometer und laut Wanderführer 3 1/2 Stunden. Eingedenk meiner nicht vorhandenen Kondition und dem Bedürfnis, auch wieder irgendwie heim  zu kommen, haben wir abgekürzt.

Wir begannen unsere Wanderung in Möggers und wanderten gemächlich zum Pfänder und dann wieder zurück nach Möggers zum Auto.HPIM0973

Alles in allem eine gemütliche Tageswanderung von ungefähr 7 Stunden (inklusive Kaffeepause, Vesperpause und Gipfelschlaf)

Für Ortsfremde: Möggers liegt in Österreich und ist ein kleines Dorf, dass aus meiner Sicht vor allem deshalb erwähnenswert ist, weil es dort drei Parkplätze gibt. Nicht sehr groß aber gebührenpflichtig.

Wenn man nicht so genau weiß, wie lange man tatsächlich braucht, um von Möggers zum Pfänder und wieder zurück zu kommen, empfiehlt sich ein Tagesticket. Ein ganzer Tag parken kostet € 4,–.

Ich könnte mir vorstellen, dass etwas später im Jahr mit dem zunehmenden Auftreten von Homo Touristicus, Untergruppe: Wandervogel oder Mountainbikerius, die Parkplatzsituation etwas angespannt sein könnte.

Für Anfang April war das Wetter extrem mild und die Parkplatzsituation entspannt.

HPIM0986

Leider hatte die Wettergöttin sich nicht mit den  Wetterfröschen abgestimmt. Der Vormittag war trüb.  Die Sonne hat sich dann im Laufe des Tages doch noch durchgekämpft aber der berühmte Fernblick vom Pfänder war diesig und getrübt.

Neben uns waren auch einige andere Wanderer und viele Mountainbiker unterwegs.

Die Strecke ist als Höhenwanderweg ausgeschildert. Es gibt ein bisschen rauf und runter und für rundlich veranlagte Allgäuerinnen mit einem Hang zu Couchpotatoeing ist die Strecke atem(be)raubend.

Der Weg geht abwechselnd durch Wald und Wiesen. Man kommt an ein oder zwei Käsereien vorbei. Übrigens läuft der Wanderweg teilweise parallel zu einem Käselehrpfad und ist auch als Winterwanderweg ausgezeichnet. -Was bei mir die Überlegung ausgelöst hat, ob ich da im Winter mal hinguck. Ich wollte schon immer mal Schneeschuhwandern. Nur seitdem ich diesen Wunsch hege, scheint der Schnee sich rar zu machen. –

HPIM0992

Für fittere Zeitgenossen dürfte der Wanderweg keine große körperliche Herausforderung darstellen, aber die Landschaft ist schön. Der Blick in die Berge, die teilweise mit ein bisschen Schnee bedeckt waren, hat schon was.

Um diese Jahreszeit sind vor allem Himmelschlüssel auf den Wiesen am blühen. Ich hab ein paar Gänseblümchen gesehen und ein paar Wurze. Ich denke, es waren Pestwurz und dann noch die gelben Blüten des Huflattichs.

Bei Troggenhöhe sieht man dann schon sein Ziel, den Pfänder. Der ist für mich gut erkennbar durch den großen rot weißen Sendemasten. 😉

HPIM0989

Bei Troggenhöhe steht auch eine kleine Kapelle.

Zusammenfassung:

Parkplatzgebühren:  Möggers/Austria ca. € 4,–

Zeitrahmen:  6 Stunden reine Gehzeit

Möggers – Pfänder ca. 3 Stunden auf leichten Wegen und dann wieder zurück

Pfänder – Möggers ca. 3 Stunden

Schwierigkeitsgrad: kann auch mit Kinderwagen begangen werden, allerdings gibt es ein oder zwei steile Hänge zu bewältigen.

Für Hundebesitzer: Mir fielen auf dem Weg keine Bäche oder natürlichen Wasserläufe auf. Deshalb unbedingt auch Wasser mitnehmen für die Tiere.

Besonderheiten:

  • Am Pfänder,  an der Seilbahnstation befindet sich ein Wildpark. Sehr erfreulich: es wird kein Eintritt verlangt. Der Wildpark ist so angelegt, dass an dort in einer Art Rundwanderweg in gut einer halben Stunde durch ist.
  • Außerdem gibt es eine Adlerwarte, die in der Saison auch Vorführungen macht mit Greifvögeln. Bitte die Öffnungszeiten beachten.
  • In der Hochsaison gibt es auf dem Platz um die Seilbahn auch viele Süßigkeiten zu kaufen, was, wenn man Kinder dabei hat, recht kostspielig werden kann.
  • Es gibt diverse Gaststätten rund um den Pfänder.

 

Das Geldausgeben ist nicht obligat und kann auch ganz vermieden werden, indem man sich ein Vesper mitnimmt. Es ist unnötig, Nahrung für mehrere Tage mit sich zu führen. Ein bis zwei Liter Flüssigkeit in Form von Tee oder Wasser und dazu ein oder zwei belegte Brote pro Person sind ausreichend.

 

 

 

Gute Vorsätze für 2016

Letztes Jahr war es nicht so weit her mit den Wanderungen. Das hatte diverse Gründe: Einmal war das Wetter zu naß, dann zu heiß, dann war keine Zeit, dann wieder hatte ich keine Lust. Jedenfalls bin ich momentan an einem Punkt angelangt, an dem ich merke, ich gelange in die Problemzonen.

Problemzone: Alter + Bewegungsarmut + übereifriger Genuss diverser nicht ganz gesunder Nahrungsmittel.

Deshalb der Wunsch dieses Jahr zumindest ein kleines bisschen mehr Bewegung in mein Leben zu bringen.

TOSHIBA Exif JPEG

Wegweiser

Da ich meine Heimat liebe und geizig bin, sehe ich Wandern in der Region als gute Möglichkeit, meinen Geldbeutel zu schonen und mich trotzdem zu amüsieren.

Vielleicht sind ja auch ein paar interessante Tipps für Menschen dabei, die ähnlich gestrickt sind, wie ich.